Rechtliche Grundlagen

 

In den österreichischen Gesetzen zur Schulorganisation, zum Schulunterricht und zur Schulpflicht, wurden bereits früh Möglichkeiten zur Begabungsförderung verankert.

Der gesetzliche Rahmen für die Durchführung von Begabungs- und Exzellenzförderung an Schulen wurde zudem durch unterschiedliche Initiativen, Erlässe und Bescheide immer weiter ausgedehnt.

§ 6 Schulorganisationsgesetz: Lehrpläne – Freigegenstände

 

§ 17 Schulunterrichtsgesetz: Unterrichtsarbeit

 

§ 26 Schulunterrichtsgesetz: Überspringen von Schulstufen

 

§ 7 Schulpflichtgesetz: Vorzeitiger Besuch der Volksschule

 

§ 11 Schulpflichtgesetz: Besuch von Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht und häuslicher Unterricht

Das Bundesministerium für Bildung hat 2017 einen Grundsatzerlass zur Begabungs- und Begabtenförderung erstellt, der den alten Grundsatzerlass 16/2009 außer Kraft setzt.

Im Grundsatzerlass wird Begabungsförderung als ein wichtiges Bildungsanliegen des österreichischen Bildungssystems angeführt, da sie auf die Unterstützung, Förderung und Begleitung aller Schüler/innen bei der ganzheitlichen Entwicklung ihrer Person und ihrer Leistungspotenziale abzielt. Der Erlass geht von einem mehrdimensionalen Begabungsbegriff aus, in dem die Entfaltung der individuellen Leistungspotenziale in einem aktiven Lern- und Entwicklungsprozess in Wechselwirkung zwischen Person und sozialem Umfeld geschieht.

Den neuen Grundsatzerlass können Sie hier downloaden.

Der Grundsatzerlass „Ganzheitlich-kreative Lernkultur in den Schulen“ erging 2009 in einer Neuauflage an die Schulen und stellt die Kreativitätsförderung in den Mittelpunkt. Da Kreativitätsförderung unmittelbar mit den Anliegen der Begabungsförderung und Potenzialentwicklung zusammenhängt, sind hier viele Anknüpfungspunkte zur Begabungs- und Exzellenzförderung zu finden.

Lernen „mit allen Sinnen“, die Betonung von „Kopf, Herz und Hand“ ebenso wie die interdisziplinäre Betrachtungs- und Arbeitsweise stellen einen Schwerpunkte der Organisation von Unterricht im Sinne begabungsfördernder, ganzheitlich-kreativer Lernkultur dar.

 

Mit der Initiative „25+“ zur Individualisierung des Unterrichts (Schuljahr 2007/08) setzte das BMUKK einen neuerlichen Impuls zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Unterrichtspraxis an österreichischen Schulen.
Es soll damit ein Prinzip unterstrichen werden, das in den geltenden Lehrplänen bereits verankert ist und zuletzt in den Rundschreiben 1/2005 (Frühwarnsystem und Frühinformationssystem) und 11/2005 (Besser fördern: Schülerinnen und Schüler individuell fördern und fordern) seinen Ausdruck gefunden hat. Wurden im Rundschreiben 11/2005 alle Dimensionen von Förderung angesprochen (also auch kompensatorisches Fördern sowie explizite Begabungs- und Begabtenförderung), so bezieht sich das BMUKK mit der aktuellen Initiative vorrangig auf die Gestaltung des (all)täglichen Unterrichts.

Einer der zentralen Erlässe im Rahmen der Begabungs- und Exzellenzförderung stellt der Erlass „Besser Fördern“ dar. Dieser erging 2005 an sämtliche Schulen Österreichs und trat mit Schuljahr 2005/06 in Kraft.

Der Fördererlass verpflichtet jede Schule, ein standortbezogenes Förderkonzept zu entwickeln, das jeder Schülerin und jedem Schüler individuelle Förderung zukommen lässt. Die Förderung umfasst folgende Maßnahmen:

  1. Individualisieren des Unterrichts und differenzierte Unterrichtsgestaltung
  2. Zusätzliche Maßnahmen wie Förderunterricht, Freigegenstände, Unverbindliche Übungen, Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Muttersprache und Angebote für den Erwerb verschiedener Kompetenzen wie etwa Sozialkompetenz.

Explizit wird im Fördererlass auch die Förderung von (hoch)begabten Schülerinnen und Schülern hervorgehoben:

„In ein STANDORTBEZOGENES FÖRDERKONZEPT sollen alle schon bisher laufenden und künftigen Maßnahmen aufgenommen werden, wie z.B. Maßnahmen zur Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern (z.B. Angebote von Freigegenständen und unverbindlichen Übungen, eventuell mit entsprechenden Anforderungen für besonders begabte, interessierte bzw. vorgebildete Schülerinnen und Schüler; Teilnahme an Sommerakademien oder Angeboten des Begabtenzentrums in Salzburg; spezifische Schwerpunkte an der Schule oder Intensivsprachwochen etc.).“

Wiederum aber ist hervorzuheben, dass Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern vor allem durch Individualisieren des Unterrichts und durch eine differenzierte Unterrichtsgestaltung geschehen soll.

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