1. Differenzierendes Lehren und Fördern Top

Differenzierung ist eine der effektivsten Methoden, um unterschiedliche Begabungen und Interessen von Schülerinnen und Schülern im Klassenverband zu fördern. Für eine günstige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sind eine multidimensionale Diagnostik, entsprechende Förderung und die Unterstützung beim Aufbau von Metakompetenzen entscheidend. In der praktischen Umsetzung eröffnen u.a. Lehr-Lernszenarien speziell für begabte Schüler/innen besondere didaktische Möglichkeiten.

1a. Wie kann das Lernverhalten begabter Schüler/innen während des regulären Unterrichts und der Hausaufgaben gefördert werden? − Heidrun Stöger│Julia Steinbach│Stefanie Obergrießer

Studien weisen darauf hin, dass besonders begabte Schüler/innen im regulären Unterricht teilweise sogar weniger Lernstrategien einsetzen als andere Schüler/innen (für einen Überblick vgl. Stöger & Sontag, 2012). Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass sie lange Zeit auch ohne Lernstrategien gute Leistungen erzielen und deren Nutzen deshalb nicht erkennen (vgl. Schunk & Rice, 1987). Spätestens im Rahmen spezieller Fördermaßnahmen benötigen jedoch auch besonders begabte Schüler/innen geeignete Lernstrategien und selbstreguliertes Lernen. In dieser Session werden Trainingskonzepte vorgestellt, die es ermöglichen, Lernstrategien und selbstreguliertes Lernen im regulären Unterricht und während der Hausaufgaben zu fördern und zwar unabhängig von den kognitiven Fähigkeiten und vom Leistungsniveau der Lernenden. Es werden Trainingsmaterialien von zwei Modulen vorgestellt und besprochen: In Modul 1 (Ziegler & Stöger, 2005) werden Hausaufgabenverhalten und Zeitmanagement im Rahmen des regulären Mathematikunterrichts und der Mathematikhausaufgaben gefördert. In Modul 2 (Stöger & Ziegler, 2008) stehen basale Textstrategien im Rahmen des Lese- und Sachunterrichts sowie während der Hausaufgaben im Mittelpunkt.

Die Wirksamkeit beider Trainingsmodule wurde in mehreren Evaluationsstudien mit Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe nachgewiesen (für einen Überblick vgl. Stöger, Steinbach & Obergrießer, im Druck). Beispielsweise konnten Motivations-, Lern- und Leistungszuwächse bei Achievern und Underachievern unterschiedlicher kognitiver Fähigkeitsniveaus nachgewiesen werden.

 

Univ.-Prof. Dr. Heidrun Stöger│Steinbach Julia│Obergrießer Stefanie
Universität Regensburg, Lehrstuhl für Schulforschung, Schulentwicklung & Evaluation

1b. Differenzierte Förderdiagnostik mit dem mBET − Johanna Stahl │Silke Rogl

Lehrerinnen und Lehrer erfassen fortwährend den Lern- und Entwicklungsstand von Schülerinnen und Schülern, um darauf aufbauend individuell angepasste Lernmöglichkeiten im Unterricht zu schaffen. Das multidimensionale Begabungs-Entwicklungs-Tool (mBET) unterstützt Lehrpersonen bei dieser Tätigkeit. Mit dem mBET können Begabungen sowie moderierende Persönlichkeits- und Umweltfaktoren bei Schülerinnen und Schülern der 2. bis 6. Schulstufe erfasst und in Zusammenarbeit mit Eltern und Kind individuelle Maßnahmen der Begabungsförderung gesetzt werden.

Das mBET wurde vom ÖZBF im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts entwickelt und wird Pädagoginnen und Pädagogen – nach einer Einschulung – kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Sinne unseres ganzheitlichen und systemischen Begabungsbegriffes erfasst das mBET vier Begabungsgebiete, die Schulleistung sowie fünf Persönlichkeits- und Umweltmerkmale, die entscheidend für die Entwicklung von Begabungen sind. Mit dem mBET werden die Einschätzungen von Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen systematisch erfasst und zusammengeführt. Auf dieser Basis können mit allen Beteiligten Fördergespräche geführt und ausgehend von den spezifischen Stärken eines Kindes gezielte und individuell angepasste Förderangebote entwickelt werden. Durch wiederholte Beobachtung und regelmäßige Fördergespräche ermöglicht das mBET eine förderorientierte und kontinuierliche Begleitung von begabten Kindern.

In dieser Session erhalten die Teilnehmer/innen einen Einblick in Grundlagen und Anwendung des mBET sowie konkrete Hilfestellungen und Beispiele für die individuelle Begabungsförderung.

 

Dr. Johanna Stahl und Mag. Silke Rogl
ÖZBF

1c. Lernaufgaben für Hochbegabte − Silvia Greiten

Die Session beginnt mit einer theoretischen Einführung zu Konstruktionshilfen für die Aufgabenentwicklung und zu verschiedenen Aufgabenformaten. Über Aufgaben, die speziell Begabte in ihrem Lernen unterstützen, ist in der Forschung wenig bekannt, dennoch lassen sich Hinweise ableiten, die ebenfalls vorgestellt werden. Hinzu kommen Ausführungen zu „Lernaufgaben“, die in ihren Anforderungen und in ihrer Komplexität deutlich über Aufgaben hinausgehen wie sie beispielsweise in Schulbüchern zu finden sind. Ziel der theoretischen Einführung ist es, Kriterien für die Analyse und Konstruktion von Aufgaben kennenzulernen und sie hinsichtlich des Nutzens für die unterrichtliche Praxis in binnendifferenzierenden Lernsettings zu diskutieren. Der Einführung zur Aufgabenkonstruktion folgt die Vorstellung des Forschungsprojektes „Lernaufgaben von und für Hochbegabte“. Dieses Forschungsprojekt stützt sich auf fünf Projektgruppen an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen. Mit den beteiligten begabten Schülerinnen und Schülern werden zunächst Gruppendiskussionen über im Unterricht verwendete Aufgabenformate geführt, anschließend entwickeln die Schüler/innen eigene Aufgaben. In einer dritten Phase diskutieren sie über ihnen vorgestellte Kriterien zur Aufgabenkonstruktion. Die Ergebnisse aus den Projektgruppen werden später mit Lehrerinnen und Lehrern erörtert, um dort auch noch einmal einen Diskurs über die Bedeutung von Aufgaben für besonders begabte Schüler/innen anzuregen. Im letzten Teil der Session erhalten die Teilnehmer/innen Materialien, mit denen Aufgabenkonstruktionen für binnendifferenzierende Lernsettings erprobt werden können.

Dr. Silvia Greiten
Universität Siegen, Department Erziehungswissenschaft − Psychologie


2. Forschendes Lernen Top

Jede Bildungsinstitution kennt die Herausforderung, mit heterogenen Gruppen effizient zu arbeiten. Forschendes Lernen ermöglicht sowohl Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen als auch Lehrerinnen und Lehrern, der Heterogenität hinsichtlich Leistung und Interesse gerecht zu werden. Forschendes Lernen ist umfassendes Lernen, bei dem sowohl fachliches Wissen als auch personale Kompetenzen geschult werden können. Dadurch kommt die/der Lernende (ganzheitlich) ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

2a. Anregung und Begleitung von forschendem Lernen in den ersten Bildungsjahren – Kinder entdecken die Welt − Kathrin Krammer

Mit der Gestaltung von Angeboten für das forschende Lernen in den ersten Bildungsjahren kann bereits bei jüngeren Kindern das Ausprobieren und vertiefte Nachdenken angestoßen und herausgefordert sowie das selbstständige Entdecken und selbstgesteuerte Lernen unterstützt werden. Wichtige Voraussetzung für das forschende Lernen auch in den ersten Bildungsjahren ist auf der einen Seite das Bereitstellen und Aufgreifen von anregenden und der Altersstufe angepassten Aufgaben und Materialien (z.B. Leuchter, Saalbach & Hardy, 2010). Auf der anderen Seite kommt der Begleitung der Denkwege und Verstehensbemühungen der Kinder und deren Dokumentation eine bedeutsame Rolle zu (z.B. Krammer, 2010). Ausgehend von der Darstellung von Kriterien für anregende Aufgabenstellungen, den Schritten des forschenden Lernens sowie Möglichkeiten für die Unterstützung der individuellen Denkwege der Kinder werden konkrete Möglichkeiten für das forschende Lernen in den ersten Bildungsjahren aufgezeigt (z.B. Projektarbeit, Lernwerkstätten, Experimentieren) und konkrete Beispiele anhand von Videoanalysen analysiert. Abschließend wird diskutiert, welches Potenzial das forschende Lernen im Hinblick auf die Begabungsförderung bietet und an welche Bedingungen das produktive forschende Lernen geknüpft ist.

Prof. Dr. Kathrin Krammer
Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (Luzern)

2b. Forschendes Lernen in der schulischen Bildung aufgezeigt am Beispiel des Forder-Förder-Projekt Advanced − Christian Fischer│David Rott

Forschendes Lernen gilt sowohl in der schulischen Bildung als auch in der Lehrer/innenausbildung als vielversprechendes Konzept zur Förderung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern (SuS) bzw. bei Lehramtsstudierenden. Mit dem Forder-Förder-Projekt Advanced (FFP-A) wird eine Maßnahme erprobt, die beide Ansätze miteinander verbindet: Potenziell begabte SuS der Jahrgangsstufen 8 und 9 bearbeiten eine selbst gewählte wissenschaftliche Fragestellung mittels empirischer Forschungsmethoden im Rahmen eines schulischen Drehtürmodells. Ihre Ergebnisse dokumentieren sie in einer Expert/innenarbeit und präsentieren zentrale Resultate auf einer Expert/innentagung. Die SuS werden von Lehramtsstudierenden im Kontext eines Forschungspraktikums begleitet. Um die SuS in ihrem Forschungsprozess zu unterstützen, nutzen die Studierenden ihre persönlichen Forschungskompetenzen, die sie in ihrem Hochschulstudium und in speziellen Begleitseminaren zum forschenden Lernen erworben haben.

Das FFP-A ist Teil der Gesamtmaßnahme kompetenzorientierte Lehrer/innenbildung durch individuelle Schüler/innenförderung, die geprägt ist durch die Idee einer individuellen Begabungs- und Begabtenförderung. Seit 2010 wird die Maßnahme in verschiedenen Schulformen in Kooperation mit der Universität Münster durchgeführt. Erste Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung zur Kompetenzentwicklung der SuS und der Studierenden werden aufgezeigt, ebenso Fragen der Einstellungen und der Beziehungen zwischen den SuS, den Studierenden und den beteiligten Lehrpersonen.

Prof. Dr. Christian Fischer│Rott David
Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
& Internationales Centrum für Begabungsforschung (ICBF)

2c. Forschungsorientiertes Studium: Forschendes Tun und akademische Bildung − Peter Tremp

Hochschulen sind Bildungseinrichtungen. Und Forschungseinrichtungen. Vor allem aber sind sie beides gleichzeitig. Damit ist der didaktische Anspruch verbunden, Lehre und Studium forschungsbasiert zu gestalten und die Verknüpfung von Forschung und Studium als Bereicherung zu realisieren. Forschendes Tun wird damit zum Grundmodus des Lernens an Hochschulen.

Präsentiert werden einige Überlegungen zur Verknüpfung von Forschung und Studium. Mit dem „Zürcher Framework“ wird diese Verknüpfung konkretisiert. Das Framework versteht sich als orientierender und anregender Referenzrahmen für die Gestaltung von Lehrveranstaltungen und Studiengängen.

 

Prof. Dr. Peter Tremp
Pädagogische Hochschule Zürich


3. Individualisiertes Lehren und Lernen Top

Es liegt auf der Hand, dass der Verschiedenheit von Persönlichkeiten, Interessenslagen, Lerntypen und Lerngeschichten von Kindern und Heranwachsenden durch entsprechende Lernangebote Rechnung getragen werden muss. In diesem praxisorientierten Themenfeld stehen Fragen des selbstorganisierten und individualisierten Lernens sowie Erfahrungen von Lernenden und Lehrenden in unterschiedlichen Institutionen im Mittelpunkt.

3a. Besondere Wege – exemplarische Einblicke. Schüler/innen teilen ihre individuelle Lerngeschichte − Podiumsdiskussion mit Willi Stadelmann

Wie sehen konkrete Erfahrungen begabter junger Menschen mit individualisiertem Lernen aus?

In dieser Session kommen Betroffene selbst zu Wort: Begabte Schüler/innen und junge Erwachsene reflektieren ihre persönliche Lerngeschichte besonders im Hinblick auf Erfahrungen mit individualisierten Lernprozessen. Unter der Leitung von Willi Stadelmann beleuchten sie ihren Weg unter verschiedenen Gesichtspunkten:

  • Welche schulischen und außerschulischen Angebote konnten/können sie nützen?
  • Welche Bedeutung haben Eigeninitiative und Eigenverantwortung für ihre Lernprozesse?
  • Welche Rolle spielen Lehrende und Begleitende für sie?
  • Was motiviert sie, persönliche Lernwege zu gehen, wo liegen Schwierigkeiten, welchen Gewinn können sie daraus ziehen?
3b. Individualisiertes Lernen ermöglichen: Praxisbeispiele für den Grundschulunterricht − Monika Klamecker│Brigitte Palmstorfer│Sonia van Enter-Zirinsky

In dieser Session präsentieren drei Referentinnen jeweils parallel erprobte Konzepte für individualisiertes Lernen in der Grundschule. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit, zwei dieser Konzepte kennenzulernen und mit den Referentinnen zu diskutieren.

Monika Klamecker stellt die Arbeit mit „mathematischen Lernumgebungen“ vor, Brigitte Palmstorfer gibt Einblick in das Konzept „Ateliertage“ und Sonia Van Enter präsentiert Materialien zum „Deep Level Learning“. Sonia van Enter referiert in gut verständlichem Englisch, unterstützt durch deutschsprachige Zusammenfassungen.


Monika Klamecker: Individuelle Lernprozesse in mathematischen Lernumgebungen

In mathematischen Lernumgebungen können auch unterschiedlich ausgeprägte Begabungen von Kindern im Rahmen des Klassenunterrichtes individuell gefördert werden.

Mathematische Lernumgebungen sind flexible, große Aufgaben, die Kinder zur eigenständigen Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten einladen und zum Kommunizieren über mathematische Fragen anregen. Dabei ermöglicht eine niedrige Einstiegsschwelle allen Kindern, ins Thema zu gelangen. Gleichzeitig enthalten solche Lernumgebungen reiche Möglichkeiten der mathematischen Bearbeitung und somit herausfordernde Perspektiven für Begabte. Es findet eine Öffnung vom Fach her statt: Unterschiedliche Leistungsmöglichkeiten, Denkwege, Vorgangsweisen, Interessen und Darstellungen sind nicht nur möglich, sondern vielmehr erwünscht. Die natürliche Differenzierung ergibt sich aus der individuellen Bearbeitung der Themen. Im Unterrichtsverlauf wird die Lernumgebung inszeniert, das heißt sie wird kurz und verständlich präsentiert, dabei werden die Tätigkeiten, Ziele und Erwartungen geklärt. Danach folgt eine längere Phase der Eigenaktivität mit fachlichen Dialogen und individueller Begleitung durch die Lehrperson. Den Abschluss bildet ein gemeinsamer Austausch.

Konkrete Praxisbeispiele sollen im Workshop das Prinzip der Lernumgebungen darstellen und zur direkten Umsetzung im eigenen Unterricht einladen.

Dipl. Päd. Monika Klamecker, MA
VS Schukowitzgasse 89, KPH Wien/Krems


Brigitte Palmstorfer: Der Ateliertag – ein Modell für jede schulische Einrichtung: begabungsförderlich − vertiefend − ressourcenfrei

In diesem Workshop werden unterschiedliche Formen eines Ateliertages vorgestellt. Ateliertage berücksichtigen die methodischen Grundlagen der Freinetpädagogik und die unterschiedlichen Intelligenzen nach Howard Gardner. Die Jahrgangsklassen werden schulweit aufgelöst, die Kinder arbeiten in altersheterogenen, aber interessenshomogenen Kleingruppen. In jedem Atelier liegt der Schwerpunkt auf einer bestimmten Intelligenz. Die Begabungen der Lehrpersonen treffen auf die Begabungen der Kinder.

Ateliertage können sowohl der Beginn einer begabungsfreundlichen Lernkultur an der Schule sein als auch in bereits vorhandenen Lernkulturen einen zusätzlichen Hotspot setzen. Im Allgemeinen werden Ateliertage von Kindern und Eltern gleichermaßen begeistert angenommen. Für Lehrer/innen und auch Schüler/innen sind Ateliertage häufig der Beginn einer bewussten Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Talenten.

Die Teilnehmer/innen erhalten beim Workshop einen „Ateliertag-Fahrplan“, der eine Grundstruktur vorgibt und der, nach Adaptierung desselben an die Gegebenheiten vor Ort, eine Implementierung am eigenen Standort ermöglicht. Der Fahrplan unterstützt bei der Planung, Umsetzung und Nachbereitung und zeigt eine interessante Palette an Umsetzungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte gelungener Ateliertage an Wiener Schulen auf.

Der Workshop bietet auch für bereits Ateliertag-Erfahrene neue Aspekte.

Brigitte Palmstorfer, MSc
Begabungsförderungszentrum am Stadtschulrat für Wien

 

Sonia van Enter-Zirinsky: Project Maps to promote Deep Level Approaches to Learning and Teaching

A novel approach to enrichment will be presented which was initially developed for gifted children and may have additional wider relevance. The approach was shaped by research findings concerning the nature of deep-level attitudes to learning in mature students (Marton & Saljo, 1976a, 1976b), as well as by many years of experience working with gifted children who were bored and unhappy with their school experience. Often these same children were motivated and actively engaged in learning when given appropriate high-level conceptual challenges, relevant and interesting questions, freedom and the expectation to think deeply and creatively about topics, as well as encouragement to make connections of all kinds between ideas. These children were clearly looking for the intellectual satisfaction, pleasure and challenge which a deep-level learning outcome gives. They were frustrated, bored and unhappy at school because the work required did not give them the opportunity to explore and learn this way. An enrichment curriculum was devised to accommodate and further stimulate the natural deep-level learning attitudes of many gifted children, in particular their interest in connections. This presentation will demonstrate the approach used and will provide opportunities to discuss the aims and visual organizing nature of the materials developed.

Dr. Sonia van Enter-Zirinsky (PhD)
Deep Level Learning (Groningen, Netherlands)

3c. Begabungsförderung ist Befähigung zur Selbstgestaltung − Personalisierte Lernprozesse in differenzierenden Lernarrangements − Victor Müller-Oppliger

Die Begabungsförderung hat ihren Fokus von der einseitigen Fixierung auf genuin hochbegabte Kinder und Jugendliche verlagert – hin zu einer systemischen Betrachtungsweise der Entwicklung von Hochleistungsverhalten in Wechselwirkung von Potenzialen mit gelingenden Lernprozessen.

Dabei ist die Umsetzung von Begabungspotenzialen ebenso vom Willen der Betroffenen, von deren Motiven, Einstellungen zur Leistung und dem Erkennen von Sinn abhängig wie von der Stimulanz und Resonanz der Erziehungs- und Bildungsumgebung. Begabungsförderung wird zur Selbstgestaltung in sozialen Kontexten.

Personalisierte Lernbegleitung orientiert sich an förderdiagnostischen Prinzipien und anerkennt die individuelle Profilierung der Lernenden. Die Schule wird so zum Modell einer Gesellschaft ohne Ausgrenzungen, in der unterschiedliche Begabungen als Normalität und die Fähigkeit zur Hochleistung als Chance für die Einzelnen und als soziales Kapital wahrgenommen werden.

Im Workshop wird ein integratives Modell der Begabungsförderung diskutiert, das als Choreographie des Lernens klasseninterne und klassen-/schulübergreifende Begabungsförderung in Ergänzung zueinander setzt. Dabei nehmen Selbstlernarchitekturen für heterogene Lerngruppen, die selbstgesteuertes Lernen mit kooperativen Lernformen kombinieren, einen wichtigen Stellenwert ein. In der Gestaltung differenzierender Lernpfade innerhalb gemeinsamer Lernumgebungen geht es neben Fachlichem um den Aufbau von co-kognitiven Selbstkompetenzen und reflexivem Selbstbewusstsein im Umgang mit den eigenen Fähigkeiten. Gemeinsam werden wir begabungsfördernde Lernaufgaben analysieren. Anhand von Videoaufzeichnungen aus Lernbegleitungssequenzen soll deren Wirkung auf den weiteren Lernprozess resp. die Lerneinstellungen der Schüler/innen erfasst werden.

 

Prof. Victor Müller-Oppliger
Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz (Liestal)

 


4. Fachdidaktik und Begabtenförderung Top

Begabungs- und Begabtenförderung findet in der Praxis stets im Rahmen einer Fachdisziplin statt und wird von Lehrenden immer im Zusammenhang mit Lerninhalten umgesetzt. Vielfach wurde bisher im Bereich der Begabtenförderung der konkrete Bezug zum Unterrichtsinhalt nur spärlich hergestellt. In den Vorträgen des Themenfeldes werden fachspezifische Begabungskonzepte aus Mathematik, Deutsch und Geschichte diskutiert und konkrete Hinweise für den Umgang mit begabten Schülerinnen und Schülern im jeweiligen Fachunterricht gegeben.

4a. Hochbegabte im Deutschunterricht − Diagnose und Aufgabenstellungen, echte Herausforderungen?! − Katarina Farkas

Die Herausforderung im Umgang mit sprachlich begabten Lernenden ist auf zwei Ebenen verortet: Zum einen: Welche (theoretischen) Konzepte können weiterhelfen? Zum anderen: Wie geht die Lehrperson mit der Herausforderung um? In dieser Session soll es um beides gehen, um Kompetenzen der Lernenden und der Lehrenden. Gute Aufgabenstellungen leiten sich stets vom Beurteilungskreislauf ab: von den Zielen über die Beobachtung zur Diagnose und schließlich zur Planung von individuellen Fördermaßnahmen.

Folgende Fragen werden auf der unterrichtspraktischen Ebene diskutiert: Woran merkt man, dass Lernende in Deutsch besondere Begabungen haben? Welche Förderung ist für welchen Leistungsbereich sinnvoll und möglich? Welche Hilfsmittel stehen Lehrpersonen bei der Förderung zur Verfügung? Welchen Stellenwert haben Rechtschreibung und Grammatik bei der Beurteilung von Texten?

Neben theoretischen Inputs werden praktische Anwendungen mit den Teilnehmenden durchgeführt. Sie sollen erleben, wie Texteschaffen sein kann, wenn es alleine und in Gruppen in entsprechenden Inputs erfolgt. Die Kursteilnehmenden lernen einzelne Aufgabenstellungen kennen, die auch Lernenden mit sprachlich hohen Begabungen entgegenkommen, weil die Begabten darin ihr Potenzial entwickeln können. Der Stellenwert normativer Aspekte beim Texteschaffen soll diskutiert werden. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden neue Anregungen für die Arbeit im Klassenzimmer mitnehmen.

 

Katarina Farkas, lic.phil.
Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (Zug)

4b. Mathematisch begabte Kinder individuell und nachhaltig fördern − Entwicklung konkreter Aufgabenfelder für eine prozessbezogene Förderung im Mathematikunterricht und in außerunterrichtlichen Enrichmentprojekten − Friedhelm Käpnick

Einleitend werden in Form eines Kurzreferats wichtige theoretische Grundlagen zum Begriffskomplex „Mathematische Begabungen“ vorgestellt. Hierauf basierend werden im nachfolgenden Workshopteil von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lernarrangements für den Einsatz konkreter Aufgabenmaterialien zur Förderung mathematisch begabter Kinder in den Klassenstufen 3 bis 6 entwickelt. Dabei können die Teilnehmer/innen zwischen einem arithmetischen, einem geometrischen und einem sachrechnerischem Thema wählen und es ist ihnen frei gestellt, ob sie den Fokus stärker auf einen Einsatz der Aufgabenmaterialien im regulären Mathematikunterricht oder im Rahmen eines speziellen außerunterrichtlichen Förderprojektes legen. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit werden abschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert sowie mit Erprobungsresultaten aus dem Projekt des Referenten verglichen. Hierzu werden authentische Eigenproduktionen von Kindern präsentiert und allen Interessierten Literaturempfehlungen mit erprobten Materialien für die Förderung mathematisch begabter Kinder angeboten.

Prof. Dr. Friedhelm Käpnick
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

4c. Förderung begabter Jugendlicher im Geschichtsunterricht − Impulse, praktische Beispiele, Reflexionen − Kurt Messmer

Das wünschen wir uns doch alle, die sich der Geschichtsvermittlung verschrieben haben: Begabte Jugendliche, die das Gelernte nicht nur knapp wiedergeben können, sondern fähig sind, eigenständig historisch zu denken, so etwas wie den Vorhof der Professionalität zu erreichen. Daran knüpfen sich konkrete Fragen wie: Woran sind besondere Begabungen in Geschichte zu erkennen? Wie kann ich einen Geschichtsunterricht gestalten, der schwächeren und namentlich auch stärkeren Jugendlichen möglichst gerecht wird? Welche Quellen und Materialien, welche unterschiedlichen Aufgabenstellungen, welche Lernsettings sind zu wählen? Welche Kompetenzen sollen besonders Begabte in besonderem Maße erwerben? Welche Lernziele sind anzustreben, die individuell je eine optimale Förderung begünstigen?

Die Session versucht Möglichkeiten und Grenzen auszuloten, wie man diesem anspruchsvollen Ziel im Geschichtsunterricht etwas näher kommen könnte. Das geschieht anhand praktischer Beispiele, die auf Sekundarstufe I und II anwendbar sind. Im Blickfeld ist dabei sowohl die Rekonstruktion von Geschichte mittels Quellen und weiterer Grundlagen als auch die Dekonstruktion „fertiger Geschichten“ wie etwa Spielfilme. Zentrale Bedeutung kommt dabei spezifischen Aufgabenstellungen sowie entsprechenden Aufgabenformaten zu.

Prof. Dr. Kurt Messmer
Lehrerinnen- und Lehrerbildung Universität Fribourg und
Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (Luzern) − Zentrum für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen


5. Begabungsfördernde Bildungsinstitutionen Top

Bildungsinstitutionen begleiten uns ein Leben lang – vom Kindergarten bis in die Erwachsenenbildung. Begabungsförderung beginnt im Kindergarten. Schulen übernehmen diese Verantwortung und setzen Begabungs- und Exzellenzförderung in intensiven Schulentwicklungsprozessen um. Die Gestaltung der Räumlichkeiten selbst spielt dabei eine große Rolle, denn sie beeinflusst unser Tun und Handeln – und somit unser Lehren und Lernen.

5a. Kindergarten und Kita − Ina Schenker│Hanna Vock

Ina Schenker: Begabungsförderung in der Kita – ein Kinderspiel?

Spielen, als die prototypischste Lernform in der frühen Kindheit, ist bedeutsam für die kindliche Entwicklung. Kinder organisieren miteinander selbstbestimmt und eigenverantwortlich Handlungen, welche frei von der Einflussnahme der Erwachsenen sind. Jedes Kind kann sich aufgrund seines Vorwissens, seiner Fähigkeiten, Interessen, Themen und Begabungen am Spiel beteiligen und mit anderen Kindern in Kontakt treten. Nur durch Spielen können Kinder lernmethodische Kompetenzen und die Fähigkeit erwerben, sich als aktives Mitglied in eine demokratische Gesellschaft einzubringen. In der Interaktion mit Peers lernen Kinder von Anderen, tauschen und probieren andere Erfahrungsmuster aus und konstruieren sich dabei neue Realitäten. In diesem Prozess erfahren die Kinder viel über sich selbst, erwerben Muster der Konfliktlösung, Kooperationsstrategien und lernen in Gruppen zu leben. Spielen, als „das so-tun-als-ob“ ist praktisch folgenlos. Für Kinder ist das die Chance an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu gehen und Dinge zu tun, wozu sie in der Realität (noch) nicht in der Lage sind. Kinder planen, steuern und reflektieren ihre Spielhandlungen selbst. Nur dadurch können sie lernmethodische Kompetenzen und auch die Fähigkeit der Metakognition erwerben. Fähigkeiten, die auch besonders begabte Kinder brauchen, um lebenslang lernen zu können.

In einer anschließenden Diskussion können verschiedene Aspekte der begabungsfördernden Entwicklungsbegleitung im Kindergarten vertieft werden.

Ina Schenker
Evangelische Hochschule Dresden


Hanna Vock: Denken fördern. Spätestens im Kindergarten soll das Denken zur lieben Gewohnheit werden.

Besonders begabte Kinder haben viel Spaß am Denken.

Wie können wir es im Kindergarten erreichen, Zugang zu den Denkprozessen dieser Kinder zu erlangen? 

Ich muss mich für das Denken der Kinder interessieren. Und wie tue ich das? Ich frage sie im geeigneten Moment:

„Woran denkst du gerade?“ − „Worüber denkst du nach?“

Machen Sie es: Erstellen Sie eine Strichliste, wie oft Sie einem Kindergartenkind diese Fragen stellen. − Und notieren Sie die Reaktion des Kindes.

Mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation werden Impulse in das Plenum gegeben. Daran schließen sich Mini-Übungen an.

Es geht um Arten des Denkens und um Methoden, das Denken von Kindergartenkindern

-        zu erkennen und zu begrüßen,
-        immer wieder herauszufordern,
-        es zu erziehen und
-        es zu belohnen.

Beleuchtet werden die emotionalen Seiten des Denkens.

Den Abschluss bildet die Gelegenheit für Fragen und Diskussion.

Hanna Vock
IHVO Bonn – Institut zur Förderung hoch begabter Vorschulkinder

5b. „Schulbesuch“ – Knackpunkte, Klippen und Hürden: relevante Themen der Schulentwicklung durch Begabungs- und Exzellenzförderung (Fishbowl)

Vertreter/innen von Schulen mit Schwerpunktsetzung in Begabungs- und Exzellenzförderung diskutieren relevante Themen ihrer Schulentwicklung:

  • „Wir sind begabungsfördernd!“ − Die Arbeit an der gemeinsamen Philosophie der Begabungs- und Exzellenzförderung an der Schule
    (Mag. Karin Schachner, BRG Wels Wallererstraße)
  • „Wer macht was, bis wann und wie erfahren es die anderen?“ − Interne Koordination der Arbeit am Schulentwicklungsprozess im Kollegium, Teamarbeit, Rollenfindung und Entscheidungsprozesse
    (Mag. Robert Knollmüller, NMS Baden)
  • „Was passiert konkret im täglichen Unterricht?“ − Umsetzung von begabungs- und exzellenzfördernden Maßnahmen im Unterricht
    (Dipl.Päd. Ingrid Teufel. Lerngemeinschaft 15)
  • „Wie werden die verschiedenen Leistungen der Schüler/innen transparent dargestellt? − Förderorientierte Leistungsrückmeldung als Beispiel für eine schulübergreifende begabungsfördernde Maßnahme
    (Mag. Sabine Hüttl, Modellschule Graz)
  • „Was brauchst Du, was unterstützt dich…− was noch?“ − Beratung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern
    (Dr. Ursula Hellert, CJD Braunschweig)

 

Die Vortragenden berichten jeweils zu ihrem Thema kurz über die eigenen Erfahrungen und wie man diese auf eine andere Schule übertragen könnte. Im Anschluss an diese fünf Statements steigen alle Vortragenden in eine gemeinsame Diskussion ein und öffnen diese auch für Zuhörer/innen aus dem Publikum, die spontan im Innenkreis der Fishbowl Platz nehmen können, um einen Diskussionsbeitrag zu leisten oder Fragen zu stellen.

5c. Lernen braucht Raum. Räume ermöglichen Entfaltung − Josef Watschinger

„Der Raum ist der dritte Pädagoge“ – eine Aussage, die v.a. dann zutrifft, wenn es darum geht, Lernlandschaften zu konzipieren, welche die viel geforderte Individualisierung und Personalisierung des Lernens sowie die Entfaltung von Begabungen unterstützen sollen.

Diese Kraft des Raumes gilt es im Aufbau einer erweiterten Lernkultur gezielt zu nutzen. Pädagogisch durchdachte Raumkonzepte und Räume mit einer positiven Ausstrahlung können ein Lernen unterstützen, das auf Selbstentfaltung, Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Organisationsfähigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstdisziplin, aber auch auf Gemeinschaftsfähigkeit hin ausgerichtet ist.

Die Gestaltung der Lernorte, die Art und Weise, wie Räume miteinander in Beziehung stehen, das Ineinanderfließen von Innen und Außen, das richtige Verhältnis zwischen persönlichen Räumen und Gemeinschaftsräumen, die farbliche Gestaltung, die Qualität des Lichtes… beeinflussen Lern- und Entfaltungsprozesse nachhaltig.

Ausgehend von einer kurzen Einführung werden wir in dieser Session an Hand von einigen Beispielen erkunden, inwieweit bewusste Schulraumgestaltung und die Einbeziehung von externen Lernorten die Lernkultur einer Schule stützen bzw. mit entwickeln können. Wir werden Möglichkeiten kennen lernen, wie man ohne aufwändigen Umbau oder teure Neuanschaffungen Räume begabungsfördernd gestalten kann und gemeinsam Fragen diskutieren, die in der Auseinandersetzung mit der Thematik auftauchen. Daraus soll der Mut generiert werden, die Metamorphose der eigenen Bildungsräume aktiv voranzutreiben.

Dir. Josef Watschinger
SSP Welsberg (Südtirol)


6. Begabungs- und Exzellenzförderung an Hochschulen Top

Die Förderung exzellenter Studierender eröffnet neue Perspektiven für die Zukunft und sichert die Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs und exzellenten Fachkräften in verschiedensten wirtschaftlichen und wissenschaftlichen, aber auch sozialen und pädagogischen Berufsfeldern. Neben begabungs- und exzellenzfördernden Maßnahmen an Hochschulen werden in diesem Themenfeld auch Aspekte der Ausbildung von exzellenten Lehrpersonen und Bedingungen für eine umfassende Begabungs- und Exzellenzförderung im tertiären System diskutiert.

6b. Förderung von Begabten an Hochschulen − Marca Wolfensberger | Susanne Aigner | Christiane Grosch

Die Förderung von begabten und exzellenten Studierenden an Hochschulen kann in der Praxis deutlich variieren. In dieser interaktiven Session haben die Teilnehmer/innen Gelegenheit, drei verschiedene Konzepte und Modelle der Förderung von begabten Studierenden kennen zu lernen. Parallel werden drei Referentinnen ihre Konzepte und Modelle vorstellen und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern offene Fragen diskutieren. Marca Wolfensberger wird das System der Honors Courses an niederländischen Hochschulen vorstellen,  Susanne Aigner referiert zur Top League und zum Center of Excellence der Wirtschaftsuniversität Wien und Christiane Grosch präsentiert Befunde zu einer Evaluierungsstudie der deutschen Begabtenförderungswerke.

 

Marca V.C. Wolfensberger: Teaching for Excellence − Learning for Legacy. Honors pedagogies for academically gifted and motivated students revealed

Are you the master of your fate, the captain of your soul? As a silent revolution in higher education, Honors Programs for academically gifted and motivated students are getting more popular among students and teachers. Marca Wolfensberger will present honor programs around the globe, to share different models and debate key factors of success and challenge. She will explore with you her integrative teaching and learning model for outstanding performances. Teaching for excellence is needed to foster excellence, thus enabling students to become captains of their learning.

Marca Wolfensberger is head of the research group Talent Development in Higher Education and Society. Her presentation is based on years of research on honors education in the United States and the Netherlands. More recently, she has been conducting research on honors and talent development in Europe. She is an advisor on talent development in schools and the honors director of one of the oldest honors programs in the Netherlands. Marca collected data among teachers from more than 100 Higher Education Institutions, conducts longitudinal research among academically gifted students and has a special interest in global citizenship.

Dr. Marca V.C. Wolfensberger (Ph.D.)
Utrecht University, Niederlande

 

Susanne Aigner: WU Top League und Center of Excellence − High-Potentials an der Wirtschaftsuniversität Wien. Die Förderung und Forderung von begabten und engagierten Studierenden an der WU

Die Wirtschaftsuniversität Wien hat sich mit zwei Förderprogrammen zum Ziel gesetzt, besonders engagierte und begabte Studierende intensiver zu betreuen und zu unterstützen. Mit der WU Top League für Bachelorstudierende und mit dem Center of Excellence für Masterstudierende bietet die WU exklusive Netzwerke und motiviert die Studierenden zu herausragenden Studienleistungen.

In der WU Top League muss ein universitärer Leistungsnachweis erbracht werden. Studienfortschritt und exzellente Noten  – die Erreichung dieser Standards wird vor allem durch Lerngruppen, Workshops sowie professionelle Coachings unterstützt. Wichtig ist, eine Plattform zu bieten, die den studentischen Austausch, im akademischen und sozialen Sinne, fördert. Nicht allein das Erbringen hervorragender Noten, sondern der „Blick über den Tellerrand“ ist von zentraler Bedeutung – wissenschaftliche Vorträge, kulturelle Veranstaltungen und die Einbindung von Praxispartnern sollen ein bereicherndes und abwechslungsreiches Programm bieten.

Voraussetzung für eine Aufnahme ins Center of Excellence sind tadellose akademische Leistungen, sowie die Bereitschaft, zusätzliche Leistungen zu erbringen und sich im Programm stark aktiv zu engagieren. Für Masterstudierende werden keine Lernförderungen mehr angeboten, denn im Fokus stehen vielmehr Konzepte zur Förderung von Social Skills. Die eigenständige Organisation von Events und Projekten soll die Studierenden über den Studienalltag hinaus fordern und ihnen die Möglichkeit eines regen Austausches bieten. Die Vernetzung zwischen den Masterstudien ist besonderer Bestandteil des Programms.

Die Teilnehmer/innen erfahren bei der Präsentation, wie die Förderungskonzepte der WU Wien umgesetzt werden. Zudem haben sie Gelegenheit, im Gespräch mit der Referentin Fragen zu den vorgestellten Förderkonzepten, aber auch eigene Ideen zu diskutieren.

Mag. Susanne Aigner
Wirtschaftsuniversität Wien

 

Christiane Grosch: Förderung begabter Studierender. Ansätze und Wirkungen der Förderung durch das Cusanuswerk.
Die Förderung begabter Studierender steht bisher weniger im Fokus der Bildungsforschung als die Früh- und schulische Förderung. Sie setzt jedoch in einer kritischen Entwicklungsphase akademischer Nachwuchskräfte an, in der Weichen für die weitere akademische und berufliche Entwicklung gestellt werden. In Deutschland hat sich ein plurales System der Begabtenförderung etabliert, das Studienfinanzierung, Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und Unterstützung verantwortungsbe- wussten Handelns verbindet (vgl. BMBF, 2009). Dies geschieht durch individualisierte Förderung von Bildungsbiografien (u.a. durch Doppel- und Auslandsstudien, Zusatz- und Ergänzungsstudien, Unterstützung von Forschungsaufenthalten und Kongressreisen), interdisziplinäre Bildungsver- anstaltungen, Seminare zur Reflexion der eigenen weltanschaulichen Grundhaltungen und spezifischen Programmen beispielsweise zur Karriereförderung von Frauen oder Personen mit Migrationshintergrund. Die Förderung wird getragen von zwölf Förderwerken mit unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und weltanschaulichen Hintergründen. Gemeinsam ist ihnen, dass leistungsbereite Individuen gefördert werden, die bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Förderwerke realisieren dies durch unterschiedliche Förderkonzepte, die neuerdings durch eine finanzielle Förderung im Rahmen des sog. Deutschlandstipendiums ergänzt werden. Es ist unabdinglich, die Förderung an wissenschaftlichen Standards auszurichten und im Licht aktueller Begabungsmodelle zu reflektieren. Eine großangelegte Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums (vgl. Hany, 2011) untersuchte Qualität, Zufriedenheit und Wirkungen der Förderung. Ziel der Einheit ist es, über Förderkonzepte und Wirkungen zu informieren, kritisch zu diskutieren und Weiterentwicklungen anzuregen. Exemplarisch wird auf das Förderkonzept des Cusanuswerks eingegangen.

Dr. Christiane Grosch
Cusanuswerk e.V., Bonn

 

6c. Begabungs- und Exzellenzförderung im Hochschulsystem − Willi Stadelmann | Gabriele Weigand

Traditionell wird davon ausgegangen, dass Hochschulen per se Begabungs- und Begabtenförderung betreiben, da sie es mit einer Klientel zu tun haben, die sich mit dem Erwerb der Hochschulreife an sich schon als begabt ausgezeichnet hat. Konkret gibt es bislang allenfalls eine Reihe von (Begabten-) Stipendien für jene Studierende, die besondere Leistungen vorweisen können. Dagegen fehlt es sowohl an einem Bewusstsein als auch an konkreten Formen für eine differenzierte Begabungs- und Begabtenförderung an Hochschulen, die in ihren Studienangeboten und Studienbedingungen der Heterogenität der (hoch-)begabten Studierenden gerecht werden.

Ausgehend davon wird im Vortrag zunächst die Ausgangsthese erläutert, dass wir es in der Hochschule der Gegenwart und der Zukunft mit einer außerordentlich heterogenen Studierendenschaft sowie gleichzeitig mit einem hoch differenzierten Bildungs- und Ausbildungsbedarf zu tun haben, dem differenzierte – und zwar personbezogen, inhaltlich wie organisatorisch differenzierte – Studien- und Lehrangebote Rechnung zu tragen haben. Anschließend wird der Frage nachgegangen, wie dieser Entwicklung entsprochen werden kann. Dabei wird die Notwendigkeit der (Weiter-)Entwicklung der Hochschuldidaktik und damit einhergehend die Weiterbildung der Dozierenden ausgeführt sowie einer damit verbundenen Forschung zum Thema „Begabungs- und Begabtenförderung an Hochschulen“.

 

Prof. em. Dr. Willi Stadelmann
Vor der Emeritierung: Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (Luzern)

 

Prof. Dr. Gabriele Weigand
Pädagogische Hochschule Karlsruhe

 


7. Systemisch – Ganzheitlich – Vernetzt Top

Systemische Begabungs- und Exzellenzförderung fordert eine stärkere Berücksichtigung der Lebenswelt von Lernenden. Das Themenfeld „Systemisch – Ganzheitlich – Vernetzt“ betrachtet sowohl das Individuum als auch dessen Umfeld und öffnet den Blick über Systemgrenzen hinweg. Möglichkeiten der Umsetzung systemischer Begabungs- und Exzellenzförderung werden diskutiert und es wird ausgelotet, wie z.B. durch Vernetzung Synergien genutzt werden können.

7a. Change-Prozesse in Bildungsinstitutionen: Empirische Ergebnisse und praktische Implikationen − Stefan Zehetmeier

Veränderungen, Entwicklungen und die Implementierung von Innovationen können für Bildungsinstitutionen große Herausforderungen bedeuten.

Change-Prozesse werfen verschiedene Fragen auf:

  • Wie werden sich die Veränderungen im System verbreiten?
  • Welche Wirkungen werden die Veränderungen auslösen?
  • Wie können diese Wirkungen von den Beteiligten mitgestaltet werden?
  • Welche Bedeutung hat auftretender Widerstand?
  • Was bedeuten die Veränderungen für die Qualität der Institution?

Im Rahmen des Vortrags werden zunächst die Grundlagen systemischen Denkens skizziert. Darauf aufbauend wird empirisch gesichertes Wissen zu Innovationsforschung, Systementwicklung und Qualitätsmanagement vorgestellt, um die oben genannten Fragen kritisch zu diskutieren und mögliche Implikationen für die Praxis aufzuzeigen.

Ass.Prof. Mag. Dr. Stefan Zehetmeier
Universität Klagenfurt, School of Education

7b. Systemische Begabungs- und Exzellenzförderung − Robert Grassinger

Systemische Begabungs- und Exzellenzförderung ist dadurch charakterisiert, dass diese nicht allein bei der Förderung einer begabten Person ansetzt, sondern zugleich bei deren (z.B. sozialen) Lernumwelt und bei der Interaktion mit dieser Lernumwelt. Ziel dabei ist, Lernprozesse in einer Begabungsdomäne zu optimieren und Adaptionsprozesse an diese nachhaltig zu unterstützen, um die Entwicklung herausragender Leistungen zu ermöglichen.

Theoretischen Hintergrund bieten systemische Begabungskonzepte (z.B. Aktiotop-Ansatz), die Begabung nicht als Eigenschaft einer Person definieren, sondern als zeitlichen Moment in der Entwicklung einer Person, der durch Charakteristika der Person, der Umwelt und deren Interaktion bestimmt wird. Vielfältige empirische Arbeiten aus der Begabungs- und Expertiseforschung unterstreichen diesen „Person-in-der-Situation“-Fokus für das Verständnis menschlichen Leistungshandelns.

Das ENTER-Triple L−Modell ist ein theoretisch fundiertes und in der Praxis bewährtes Konzept systemischer Begabungs- und Exzellenzförderung. Es umfasst die Förderansätze Lernberatung, Lernplan und Lernpfad (Triple L) und beschreibt diese in jeweils fünf Phasen (ENTER – Explore, Narrow, Transform, Evaluate, Review).

In der Session werden die Grundgedanken systemischer Begabungskonzepte erläutert, davon Paradigmen systemischer Begabungs- und Exzellenzförderung abgeleitet und das ENTER-Triple L−Modell präsentiert. Exemplarisch an Fallbeispielen erarbeiten die Teilnehmer/innen anschließend konkrete Ideen einer systemischen Begabungs- und Exzellenzförderung.

Dr. Robert Grassinger
Universität Augsburg

7c. Do it − Vernetzung konkret − Posterpräsentation

Im Zentrum stehen „Netzwerke“: Was heißt es für eine Schule, Teil eines Netzwerks zu sein? Welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gibt es? Welchen Gewinn habe ich als Lehrer/in, wenn ich mich mit anderen vernetze?

In Form von Posterpräsentationen präsentieren sich Netzwerker/innen und Netzwerke, bieten weiterführende Materialien an und treten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Austausch: Lehrer/innen aus Schulen, die bereits in Netzwerken tätig sind, berichten über ihre Erfahrungen, Netzwerkvertreter/innen stellen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von Schulen und mit verwandten Einrichtungen vor und die Teilnehmer/innen erhalten die Gelegenheit, sich aktiv mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen.